SOP HWS-Stabilisierung

Zweck

Sichere Stabilisierung der Halswirbelsäule unter enger Zusammenarbeit von Anästhesie und Unfallchirurgie; klare Aufgabenverteilung bei Lagerung und HWS-Führung

Präoperativ

  • Aufklärung: fiberoptische Intubation, Lagerung, Monitoring; Arterie, ggf. ZVK
  • Anamnese: Gerinnung, Antikoagulanzien, neurologische Defizite sorgfältig dokumentieren!
  • Standardlabor, Kreuzblut/EK gemäß chir. Vorgabe
  • Präoperative Gabe von Ibuprofen, Dexamethason und Ondansetron

Einschleusen/Lagerung

Ventraler ZugangDorsaler Zugang
Rückenlage, direkte Lagerung auf Carbon TischPrimär normaler Tisch, anschließend Umlagerung in Bauchlage auf Carbon Tisch
Arme mit seitlicher Armstütze anlagern u. fixierenArme anlagern und fixieren mit seitlicher Armstütze
Schultern werden mit Tape nach unten gezogenSchultern werden mit Tape nach unten gezogen
Tubus und Magensonde nach links ableiten (bei rechtsseitigem Zugang)Tubus und Magensonde nach rechts ableiten
Kopflagerung in Carbon-KalotteKopflagerung in Carborn-Kalotte oder Mayfield

Narkoseplanung

  • Vorbereitung auf schwierigen Atemweg: Videolaryngoskop, Bronchoskop
  • Beatmungsschläuche verlängern, Gänsegurgel zwischen Tubus und Filter
  • Perfusorschläuche verlängern
  • Muskelrelaxans: Rocuronium bevorzugen
  • ggf. Cellsaver nach Rücksprache mit Operateur

Narkoseeinleitung /-fortführung

  • Narkoseeinleitung unter Aufsicht eines Oberarztes
  • Einleitung mit Noradrenalin Perfusor
  • fiberoptische Wachintubation
  • Woodbridge-Tubus, Magensonde
  • Narkosefortführung als TIVA
  • Neuromoitoring / Relaxometrie
  • Zugänge: zwei periphere Zugänge, Arterie radialis, ggf. Leiste, ggf. ZVK in V. femoralis
  • Nach OP-Freigabe übernimmt der Operateur die Lagerung des Kopfes
  • auf ausreichende Analgesie beim Anbringen der Mayfield-Klemme achten
  • Antibiose Ceftriaxon 1,5 mg, ggf. 2.Gabe nach >3 h OP-Dauer und / oder > 1,5 Liter Blutverlust (siehe SOP PAP)
  • Nach endgültiger Lagerung zirkuläre Fixierung der Konnektionsstellen der Beatmungsschläuche mit Pflaster
  • Vor dem Abwaschen erfolgt eine abschließende Überprüfung der Lagerungsmaßnahmen gemeinsam mit dem Operateur. Sämtliche Lagerungsmaßnahmen, Positionen, eventuelle Druckstellen und Anpassungen detailliert dokumentieren.

Extubation/Postoperativ

  • Extubation wenn möglich direkt postoperativ im OP
  • Bei postoperativer Schwellung nach ventraler Stabilisierung keine Extubation -> Patient wird intubiert auf die ITS verlegt
  • Postoperative Überwachung immer auf der ITS, ggf. CPU
  • Dokumentation von Antikoagulation, Antibiose, Halskrause und Mobilisation