SOP Kaudalanästhesie bei Kindern

Indikationen

Operative Eingriffe unterhalb des Nabels in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie:

  • Leistenhernie, Orchidopexie, Zirkumzisione, Anal- und perineale Eingriffe
  • Orthopädische Eingriffe an den unteren Extremitäten (je nach Ausdehnung)

Kinder ab 2 Kg KG bis max. 30 kg KG

Kontraindikationen

Absolut:

  • Ablehnung der Eltern /Sorgeberichtigten
  • Infektion im Bereich des Kreuzbeins oder systemische Infektion
  • Gerinnungsstörung (angeboren, erworben, medikamentös)
  • Fehlbildungen oder anatomische Anomalien der Wirbelsäule / Sakralkanal
  • Allergie gegen Lokalanästhetikum

Vorbereitung / Material

  • Standardmonitoring
  • Epican Paed kaudal Nadel:
             25G(orange) –> bis 10 kg KG
    22G(schwarzt) –> ab 10kgKG
  • Ropivacain 0,2%, ggf. Clonidin 0,15mg
  • Steriles Abdecktuch durchsichtig, Desinfektionsmittel,
    sterile Handschuhe + Kittel, Spinal -Anästhesie Set, 3x 10ml Spritzen,

1x 1mlSpritze, 2 sterile Aufziehkanülen, Octopus, steriles Pflaster

  • Ultraschallgerät mit sterilem Überzug

Durchführung

  • Anlage in Narkose
  • Seitenlagerung, Hüfte 90 ° gebeugt
  • Aufsuchen des Hiatus sacralis zwischen Cornua sacralia
  • Wischdesinfektion, steriles Abdecken mit Lochtuch
  • Punktion 45°-60° kranial zur Haut, immer oberhalb der Analfalte
  • Nach Durchstoßen des Lig. sacrococcygeum („Plopp“-> LOR) Nadel leicht absenken und 1-2 mm vorschieben (maximale Eindringtiefe < 25 mm) 10 ?
  • Fixierung der Nadel, Aspirationsprobe (Blut? Liquor?)
  • Diskonnektion der Spritze, passive Rückflussprobe
  • nach Ausschluss der intraspinalen Lage durch Aspiration langsame (!) Injektion der errechneten Dosis unter sonografischer Kontrolle der Ausbreitung
  • Steriles Pflaster an Punktionsstelle

Fehlerhafte Punktion

  • Injektion ins subkutane Gewebe ⇒ Hautschwellung
  • Durapunktion ⇒ (hohe) Spinalanästhesie
  • Gefäßpunktion ⇒ Herzrhythmusstörungen

Dosierung des Lokalanästhetikums

Ropivacain 0,2%:

  • 1 ml/kg KG: Th10 (2mg/kg KG)

Maximaldosis 25 ml bzw. 2,5mg/kg KG

Ggf. Supplementierung mit Clonidin 1-2µg/kg KG zur Wirkverlängerung (nur bei stationären Patienten und OP Dauer > 2 Stunden)

Nachsorge

  • Überwachung im AWR (Kreislauf, Bewusstsein, motorische Funktion, Schmerzen)
  • Dokumentation des Injektionszeitpunkts, Dosis, Substanz und Verlauf im M-PDMS
  • Kontrolle auf Komplikationen (Harnverhalt, Beinmotorik, allergische Reaktionen)

Komplikationen und Management

KomplikationUrsacheManagement
Intravaskuläre InjektionFehlplatzierungSofortiger Stopp, Lipid-Rescue nach Schema
TotalspinalanästhesieEpidurale Ausbreitung nach kranialAtemwegssicherung, Kreislaufstabilisierung
Infektion / AbszessUnsterile TechnikAntibiotika, ggf. Drainage
HarnverhaltSakralblockadeBeobachtung, ggf. Katheterisierung
Unvollständige BlockadeFehlpunktionNeue Punktion oder zusätzliche Analgesie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur / Fotos